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Überdruckkapselungssysteme für Zone 2, Div. 2 einfach programmieren

erstellt am: 21.11.2016 | von: | Kategorie(n): Explosionsschutz, Überdruckkapselungssysteme

ec_np_20161107_ueberdruckkapselungssystem Wenn Sie den Einsatz eines Überdruckkapselungssystems in Erwägung ziehen, stellt sich selbstverständlich die Frage, wie einfach solch ein System in Betrieb zu nehmen und zu konfigurieren ist. In diesem Blog-Post werfen wir einen Blick auf die menüorientierten Steuereinheiten aus unserer „Serie 5500“, die für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen nach Zone 2, Div. 2 entwickelt wurden. Zuvor erklären wir Ihnen einige wichtige Grundaspekte von Überdruckkapselungssystemen.

Wie funktionieren Überdruckkapselungssysteme?

Überdruckkapselungssysteme ermöglichen Ihnen den Einsatz von elektrischem Standard-Equipment in explosionsgefährdeten Bereichen. Dies geschieht, indem man die elektrischen Geräte von der sie umgebenden gefährlichen Atmosphäre isoliert. Hierfür werden sie in einem leichtgewichtigen Gehäuse platziert, das anschließend mit Luft oder einem Schutzgas durchspült und unter einem Druck gehalten wird, der höher ist als der der Umgebungsatmosphäre. Dies verhindert den Kontakt der elektrischen Komponenten mit entzündlichen Gasen, Dämpfen oder Staub.

Wo liegt der Unterschied zwischen automatischen und manuellen Überdruckkapselungssystemen?

Manuelle und vollautomatische Überdruckkapselungssysteme bieten Ihnen beide den gleichen zuverlässigen Schutz. Abhängig von Ihren Anforderungen und der Art von Prozesskontrolle, die Sie erreichen wollen, fällt die Entscheidung für den einen oder anderen Typ.

Manuelle Systeme:

Manuelle Überdruckkapselungssysteme arbeiten üblicherweise vollständig pneumatisch. Dies bedeutet, dass Sie den Durchfluss des Spülgases manuell einstellen müssen, um eine erfolgreiche Spülphase und den zum sicheren Betrieb der Komponenten nötigen Gehäuseüberdruck zu erreichen. Den Durchfluss beeinflussen Sie über Einstellungen am Druckventil oder Regler. Sollte der Gehäuseinnendruck abfallen, sind solch manuelle Systeme zwar in der Lage zu alarmieren, aber Sie müssen dennoch die Applikation überwachen und den Regler manuell betätigen, bis Sie wieder einen sicheren Druck erreicht haben.

Vollautomatische Systeme:

Vollautomatische Überdruckkapselungssysteme sind elektronische Steuereinheiten mit menübasierter Nutzeroberfläche. Sie werden meist gemeinsam mit einem Magnetventil und einem Ventilblock verwendet und erlauben Ihnen das Definieren minimaler und maximaler Druckwerte. Sobald diese Grenzwerte erreicht sind, aktiviert die Steuereinheit automatisch das Magnetventil, das den Gasfluss erhöht oder absenkt, bis wieder ein sicherer Zustand im Gehäuse herrscht. Die vollautomatischen Überdruckkapselungssysteme von Pepperl+Fuchs erlauben außerdem die ständige Überwachung der Temperatur innerhalb des Gehäuses. Beim Erreichen eines Temperaturgrenzwerts wird der Ventilblock aktiviert, um heiße Luft auszustoßen. Alternativ können diese Grenzwerte auch genutzt werden, um über einen Zusatzausgang einen Vortex-Kühler oder ein Kühlgerät zu aktivieren.

Welche Vorteile bieten automatische Überdruckkapselungssysteme?

  • Sie erhalten eine Lösung, die durchgängig zuverlässigen Schutz für elektrische Systeme in explosionsgefährdeten Bereichen bietet – rund um die Uhr.
  • Die ständige Überwachung erspart Ihnen unnötige Alarme und Anlagenstillstände, die ein Unterschreiten des Minimaldrucks im Gehäuse normal auslösen würde.
  • Die Lebensdauer der elektrischen Komponenten im Gehäuse wird durch die Einhaltung eines sicheren Temperaturniveaus verlängert.

Voreingestellte Spülprogramme im Überblick

Die Steuereinheit unserer Serie 5500 verfügt über fünf voreingestellte Programme, mit denen sie das Überdruckkapselungssystem schnell und einfach zum Betrieb in einer Vielzahl von Applikationen bereit machen – ohne dass Sie über tiefgreifendes technisches Wissen verfügen müssen.

  • Programm 1 (für gasexplosionsgefährdete Bereiche): Bietet die Möglichkeit des manuellen Betriebs mit einem Regler, falls die Gesamtlösung nicht über ein Magnetventil verfügt. Die Spülphase startet sofort, ohne dass man auf das Erreichen eines bestimmten Drucklevels im Gehäuse warten müsste.
  • Programm 2 (für gasexplosionsgefährdete Bereiche): Erlaubt das Festlegen minimaler/maximaler Druckwerte zur Aktivierung des Ventilblocks oder Magnetventils. Dies führt zu einer verzögerten Spülphase, die erst startet, sobald ein vom Anwender definiertes Drucklevel erreicht ist. Das Programm trennt im Falle eines vollständigen Druckverlusts nicht die Stromversorgung, sondern alarmiert beim Unterschreiten eines Grenzwerts. Die Priorität liegt also auf Maschinen- und Anlagenverfügbarkeit. Dieses Programm und Programm 3 sind die meistverwendeten.
  • Programm 3 (für gasexplosionsgefährdete Bereiche) erlaubt, wie Programm 2, das Festlegen von Druckgrenzwerten. Auch hier ist die Spülvorphase verzögert und beginnt erst bei Erreichen des definierten Drucks. Sollte der Druck unter ein bestimmtes Level fallen, alarmiert dieses Programm ebenfalls, unterbricht darüber hinaus aber auch die Stromversorgung. Der Fokus liegt auf maximaler Sicherheit.
  • Programm 4 (für gasexplosionsgefährdete Bereiche) ermöglicht einen durchgängigen Betrieb des Überdruckkapselungssystems und startet die Spülphase direkt beim Hochfahren ohne Berücksichtigung des initialen Druckwerts. Es eignet sich für Applikationen, die ständigen Durchfluss, Verdünnungsprozesse oder Gasanalyse umfassen. Kommt es zum vollständigen Druckverlust, wird der Stromfluss zur Applikation nicht unterbrochen, sondern nur ein Alarm ausgelöst. Dieser durchgängige Betrieb erhöht die Maschinenverfügbarkeit und Effizienz. Demgegenüber stehen erhöhte Abnutzung des Überdruckkapselungsequipments sowie gesteigerter Strom- und Gasverbrauch.
  • Programm 5 (ausschließlich für staubexplosionsgefährdete Bereiche): Eine Spülphase ist nicht nötig. Der Anwender ist verantwortlich dafür, das Gehäuse von Staub oder anderen Partikeln zu säubern. Kommt es zum Druckverlust, bleibt der Stromfluss zur Applikation bestehen und ein Alarm wird ausgelöst.

Kontaktieren Sie uns!

Ihr Ansprechpartner bei Pepperl+Fuchs unterstützt Sie gerne bei der Auswahl des richtigen Überdruckkapselungssystems für Ihre Applikation. Kontaktieren Sie uns!

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